Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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So mußt Du's ſchnell lernen. Nicht leſen kön⸗ nen, pfui! welche Schande! Und ſpäter ſeiner guten Freundin nicht ſchreiben können 2

Meine gute Freundin kann auch nicht leſen

Wie, Andreas, haſt Du ſchon eine gute Freundin?

Iſt nicht unſere Mutter unſere gute Freundin?

Recht, Andreas. Ich Thörin, ihm von ſo was vorzuſchwatzen Gib her das Papier: Für Andreas zum Taſchengelde.. will heißen: die Börſe gehört Dir und Du kannſt mit dem Gelde darin machen, was Du willſt.

Ich? mit all' dem Gelde?

Ja Andreas. Madame iſt freigebig. Wollen doch zählen: zwanzig... dreißig... ſechsunddreißig Franken ſechsunddreißig Franken, das lobe ich mir, damit kann man viel Hübſches kaufen.

Aber ich brauche Richts, Mamſell.

So ſparſt Du. Es kommt eine Zeit, wo man's brauchen kann. Nimm ein Beiſpiel an mir. Ich könnte tauſend Dinge kaufen, aber ich bin nicht eitel. Zwar kriege ich Alles, was Madame ablegt: Hauben und Kleider ich bin lange nicht ſo vornehm wie Madame, aber ich verreiße mehr. Sieh, dieß Kleid hat ſie erſt dreimal getragen. Sie fand es abſcheu⸗ lich. Aus guten Gründen wollte ich nicht ſagen, daß es noch ſchön iſt und ſie gut kleidet. Du verſtehſt mich, Andreas? nicht? Aber, o Gott, da ſchlägt es ſechs und Madame wartet mit dem Ankleiden.

O ich Plaudertaſche Adien, Andreas, ſpäter mehr! Adien!

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