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„Liebe Tante, ich ſage Ihnen, es regnet, ein Ge⸗ witter zieht auf. Der arme Fifi! er fürchtet ſich ſo vor dem Gewitter; wie er ſich verſteckt! Sehen Sie nur, wie finſter es wird.“
Um nur die Nichte los zu werden, erlaubte die Tante oft, den Zeiſig hereinzuholen. Kaum war er drinnen, ſo rief Aglae vergnügt:
„Das Gewitter iſt vorbei und die liebe Sonne ſcheint wieder.“
„Glaub's wohl, es witterte bloß in Deinem Hirn.“
„Ach, die liebe Sonne! Darf ich nicht Fifi wieder vor's Fenſter ſtellen?“
„Nein, Mamſell: der Vogel bleibt, wo er iſtz Du bringſt mich von Sinnen mit Deinem Zeiſig. Statt zu nähen und zu ſticken, denkſt Du an Nichts als an den Zeiſig: Zeiſig hierhin und Zeifig dorthin, Zeiſig herein und Zeiſig hinaus; Morgens hat das Putzen und Füttern des Vogels kein Ende. Wenn das ſo fortgeht, laß' ich den Vogel fliegen, ſag' ich Dir.“
„Das hielt' ich nicht aus, liebe Tante! Der Vogel iſt mein einziges Vergnügen.“
„Dein einziges Vergnügen? Welche Impertinenz! Ein junges, anſtändig erzogenes Mädchen amüſirt ſich
nie. Glaubſt Du, ich hätte mich je amüſirt vor meiner
Heirath und doch heirathete ich erſt mit neunund⸗ dreißig Jahren; ſelbſt nach der Heirath amüſirte ich mich nie, nie, auch Herr Durfort nicht. Aber ihr⸗ junges Volk, denkt nur an's Vergnügen!“
Aglae ſchwieg und ſprach den ganzen Tag kein
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