Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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bei der Hochzeit derſelben zugegen zu ſein. Madame Durfort, welche ohne Zweifel glaubte, man altere im ſechszigſten Jahre nicht ſo ſchnell als im ſechszehn⸗ ten, antwortete beſtändig:Ich verheirathe meine Nichte, wenn ſie ſo alt iſt wie ich, als ich Herrn Durfort heirathete. Aber der gute Lafontaine hat es ſchon geſagt: Ein Uebermaß der Kühnheit hilft oft weiter* Als ſelbſt der Vorſicht Uebermaß. Eine ſo traurige Lebensweiſe langweilte viejunge Aglae und ihre Langeweile wurde noch größer, wenn ſie be⸗ dachte, daß ihr vor Verfluß von vierundzwanzig Jahren nichts Anderes bevorſtehe. In ihr Zimmerchen einge⸗ ſperrt, deſſen Thüre neben der ihrer Tante auf die Hausflur führte, ſeufzte das arme Kind über ihrem Stick⸗ Tambourin oder ihrer Straminnäherei. Sie hatte kein unterhaltendes Buch zu ihrer Zerſtreuung: Ma⸗ dame Durfort hätte gezittert, wenn ſie einen Roman in den Händen ihrer Nichte geſehen haben würde; die Ritterromane ſchienen ihr noch gefährlicher als die andern, denn Herr Amadeus, Herr Tanered und Herr Roland ſprechen unaufhörlich von Liebe und zwar auf eine Weiſe, die einer jungen Unſchuld) die noch nicht weiß, daß die Liebhaber heutzutage anders ſind als die Ritter von ehemals, den Kopf verbreyen könnte. Die ganze Lektüre des jungen Mädchens beſtand aus dem Bürgerlichen Koch und ſelbſt aus dieſem hatte Madame Durfort das Kapitel über die Kapaunen herausgeſchnitten, weil die Art und Weiſe, wie dieſe Thiere gemäſtet werden, ihrer