Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
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Abendeirkel bemerkt hat, möchte ſie wieder ſehen. Madame St. Godibert erhält zahlloſe Beſuche und man redet ihr ohne Unterlaß von ihrer Nichte, weß⸗ halb ſie unvergängliches Kopfweh und ſchauerliche Launen hat.

Doch unter allen emſigen Beſuchern iſt der em⸗ ſigſte Herr Roquet. Selten vergeht ein Tag, ohne daß er bei Madame St. Godibert erſcheint, und da man jetzt die Thüre des Seitenſtübchens, worin Roſa⸗ Maria arbeitet, nicht mehr beſchließt, ſo verfehlt Herr Roquet nicht, auch ihr ſeine Huldigungen dar⸗ zubringen; am Abend ſtellt er ſich wieder ein und verſucht ſie noch ein Mal zu ſehen: iſt dann die kleine Nichte nicht da, ſo wird er traurig, thut kaum den Mund auf und fiößt Seufzer aus, daß Madame St. Godibert ihn gar zu gerne maulſchelliren möchte.

Roſa⸗Maria iſt ſehr wenig von den Compli⸗ menten, ſüßen Blicken und Galanterien erbaut, wo⸗ mit Herr Roquet ſie beinahe erdrückt. Sie denkt an den jungen Maler und ſehnt ſich, um deſto freier an ihn denken zu können, nach der Zeit zurück, wo man ſie allein ließ, wo man Niemand ihr zu nahen geſtattete. Jetzt aber ſucht Madame St. Godibert, in der Vorausſetzung, daß ihre Nichte nicht lange bei ihr bleiben werde, ihre Gegenwart möglichſt zu benützen und gönnt ihr keinen Augenblick Ruhe. Wenn es daher zufällig keine Nadelarbeit gibt, ſo beauftragt man das junge Mädchen, in allen Gemä⸗ chern des Hauſes zu ordnen und zu rangiren, was nöthig iſt; man macht beinahe eine Haushälterin aus