W Ihnen mitzutheilen, daß Sie ſich wegen eines Beſu⸗ ches bei mir nicht bemühen ſollen.
„Warum denn das, mein Herr?“ ruft Roſa aus, indem ſie zu ſchreiben aufhört.
„Weil mir das ſo gefällt, Mademoiſelle; ſchreiben Sie nur fort: ,wegen eines Beſuches bei mir nicht bemühen ſollen. die Reiſen koſten Geld und Sie haben deſſen nicht zu viel; aber ich werde zu Ihnen auf Beſuch kommen: mein Oheim wird es ziem⸗ lich oft erlauben.““
„Ach ja, mein Herr! Nicht wahr⸗ Sie werden es mir erlauben?“ fragte Roſa.
„Gewiß, wenn meine Gemahlin nichts preſuntes für Sie zu thun hat.. oft erlauben. Inzwiſchen küſſe ich Sie und bin lebenslänglich Ihre zärtliche Tochter.. Jetzt unterzeichnet! Ah, ich glaube, das iſt ein ziemlich rein diktirter Brief.“
Roſa⸗Maria hat den Brief, worin ſie noch gar Vieles ihrem Vater hätte mittheilen mögen, geſchloſ⸗ ſen; aber ihr Oheim bemächtigt ſich des Blattes, un⸗ terſucht es und ruft ganz erſtaunt:„Das iſt wahr⸗ haft ſehr gut geſchrieben! eine prächtige Fraktur.. es iſt unbegreiflich, daß man überall ſchreiben lernt. Wenn ich jemals preſſante Geſchäfte auf dem Bureau habe, ſo müſſen Sie mir Briefe copiren.“
„Mit Vergnügen, mein Herr.“
„Ja,“ ſagte Angelika,„aber ich werde ihr immer Arbeit zu geben haben.. es ſcheint, ſie kann Kleider machen, Schnürleiber. und ich muß immer meine Schnürleiber ändern laſſen.“
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