Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

53

„O, hübſch, ſehr hübſch!“

„Die Eitrone iſt neuer als die Pomeranze.. aber eine weitere Schwierigkeit iſt, einen Franzoſen eine Citrone eſſen zu laſſen!... O, jetzt fällt mir Etwas ein: ich verſetze meine Scene nach Italien, wo die Citronen ſüß ſind, dann iſt meine Entwicklung ganz natürlich.“

Der Major nickt ſein Beifallszeichen mit dem Kopfe und entſchließt ſich, den Schriftſteller zu ver⸗ laſſen, welcher, Herrn Villarſec bemerkend, ſich vor denſelben hinſtellt und zu ihm ſagt:„Ja, ich bin entzückt, auf dieſe Eitrone verfallen zu ſein die Scene muß in Italien oder der Provence ſpielen... es iſt ein hiſtoriſches Drama; ich muß das arran⸗ giren!. Soll ich aber Citrone oder Limonie ſagen? Das iſt eine Sache, an die ich nicht gedacht habe. Was rathen Sie mir?“

Herr Villarſec, der immer ſteife und ernſte Mann, betrachtet Herrn Mondigo mit einer faſt unverſchäm⸗ ten Miene und erwiedert:„Mein Herr, wenn es ſich um eine Limonade handelt, ſo muß ich Ihnen be⸗ kennen, daß ich Nichts davon verſtehe, und erſuche Sie, ſich an Jemand zu wenden, der Kenntniß von der Sache hat.“

„Von einer Limonade!“ ſchreit Mondigo, während ſeine Naſenſpitze erblaßt, was ſtets der Fall war, wenn ſeine Eigenliebe verletzt wurde.„Ich habe von meinem Stück mit Ihnen geſprochen, Herr.. aber, entſchuldigen Sie, Sie haben die Erzählung

meines Planes nicht mit angehört und konnten mich