141
„Und ſo hübſch gekleidet... ſchaut doch die ar⸗ tigen Fahnen an.“
„Sie iſt von Oben bis Unten ſäuberlich.“
„Ihr Anzug iſt durchaus nicht frech.“
„Das iſt kein Pariſer Mädchen.“
„Die iſt ſicher nicht aus der Stadt. Nimm Dich in Acht, Ladouille, Du hältſt ihr die Lampe in's Geſicht, Du weckſt ſie auf.“
„Wie feſt ſie ſchläft! ſie muß mächtig müde ſein, um auf dieſer Steinbank ſchlafen zu können, und doch ſieht ſie gar nicht aus, als ob ſie daran gewöhnt wäre, die Nacht unter freiem Himmel zuzubringen.“
„Meine Herren,“ beginnt der junge Wilde,„es mag ein Mädel oder ein Weib ſein, ich behalte ſie für mich, ich heirathe ſie.“
„Theilen wir ſie, Wilder!“ ſchreit der kleine Lum⸗ pige, auf die ſteinerne Bank zutretend.
Aber Herr Deſiderius Glureau, der Knopfmacher, welcher bisher die eingeſchlafene Jungfrau ſchweigend vetrachtet hat, ſpricht jetzt:„Einen Augenblick, meine Herren, einen Augenblick! ich erkenne das junge Mäd⸗ chen. ja o, ich täuſche mich nicht, ſie war mit mir auf der Eiſenbahn!.. ſie iſt auf der Station in Corbeil eingeſtiegen, ſie kam allein nach Paris und wird verirrt ſein; ſie hat wahrſcheinlich die Wohnung der Leute nicht gefunden, zu denen ſie ſich begeben wollte.“
„Wohlan, Freund Gaſſenkehrer, was geht das uns an, ob Du mit dieſem kleinen Schatz auf der Eiſenbahn gefahren biſt? Was willſt Du damit ſagen?“


