„Ich habe dort auf jener ſteinernen Bank ein ſchlafendes Frauenzimmer liegen ſehen.“
„Ach, potz Kuckuk, das wird was Sauberes ſein!“ ſagt der Lumpenſammler;„eine liederliche Dirne, eine Diebin vielleicht, die dort ſchläft, weil ſie ſonſt nirgends hin weiß.“
„Nein, nein, ſo viel ich ſehen konnte, iſt es etwas weit Beſſeres.“
„Laßt uns einmal hingehen.“
„Kommt!“
„Mutter Cichoria leihet uns einen Augenblick Eure Ampel, damit wir wiſſen, mit wem wir es zu thun haben.“
„Ja, denn er hat vielleicht einen Sackträger oder einen Bauern für ein Weibsbild angeſehen.“
Herr Ladouille hat das Licht vom Tiſche genom⸗ men und ſchreitet, von allen Gäſten des Kaffee's zu den feuchten Füßen gefolgt, neben dem Wilden ein⸗ her. Die ganze Geſellſchaft begibt ſich zu der ſtei⸗ nernen Bank, worauf Roſa⸗Maria eingeſchlafen iſt. Sie ſtehen bald vor der Jungfrau. Laduille nähert ſich mit dem Licht ihrem Geſichte und die Männer ſto⸗ ßen alle beim Anblick des reizenden Antlitzes, welches ſie vor ſich ſehen, einen Ausruf des Staunens aus.
„Nun,“ ſagt der Wilde,„habe ich keinen Fund
gethan?. Iſt das nicht etwas Feines?“ „Ei, der Kuckuk, das iſt nichts Gewöhnliches!“ „Eine wahre Roſenknoſpe!“ ruft Ladouille noch ein Mal, das Licht näher haltend, aus.


