114
„Schiebe den Riegel zurück, Theuerſte, komm' herunter, mach' mir auf, daß ich hinein kann, nimm aber ein Licht, damit Du nicht fällſt oder Dich ſtößeſt.“
„O, ich brauche kein Licht, ich komme ſchon.“
Der Fayencehändler reibt ſich die Hände und ſagt:„Jetzt bin ich ſicher, daß ich meine Nacht nicht vor der Thüre zubringen muß; meine Herren, ich wünſche Ihnen gute Nacht... Wer hat es beſſer als der Soldat!. Da kommt ſchon mein Weibchen herunter... Und muthig, muthig ſchwingt er ſich!... Wer hat es beſſer! wer hat es beſſer! wer!. Die
will ich aber wärmen. ah!“
Die Patrouille entfernt ſich; nachdem ſie jedoch ungefähr hundert Schritte gemacht hat, gibt der An⸗ führer ſeinen Leuten ein Zeichen, ſtill zu halten; dann bleiben Alle unbeweglich und ſchweigend, die Blicke auf das Entreſol des Fayencehändlers gerichtet, ſtehen; ſie erwarten die Entwicklung der vor ſich ge⸗ henden Scene.
Dieſe findet auch bald, wie ſie die Patrouille vor⸗ ausgeſehen hat, ſtatt. Kaum iſt der Ehemann in ſein Haus getreten und mit dem Schließen und Rie⸗ geln deſſelben beſchäftigt, ſo werden die Läden des Entreſols weiter aufgemacht und ein junger Mann ſpringt auf die Gefahr hin, ſich die Füße abzubrechen, aus dem Fenſter auf die Straße hinab. Doch das Stockwerk iſt nieder, der junge Mann iſt auf alle Vier gefallen; er ſteht ſchnell wieder auf und fängt an aus Leibeskräften zu laufen. Er rennt an der Patrouille vorbei, welche ſieht, daß der Herr nur


