103
jedes Mal wieder auf die Hände niederfällt, hat Die, welche er den ganzen Tag verfolgt hat, die Flucht ergriffen, und wie er ſich endlich auf die Beine ge⸗ bracht hat, ſchaut er ſich vergebens nach allen Seiten Roſa⸗Maria iſt verſchwunden!
Fünftes Kapitel. Die graue Patrouille.
Roſa läuft, nachdem ſie ſich von Richard entfernt hat, lange fort, ohne anzuhalten; ſie weiß weder wo ſie hin will noch in welchem Quartier ſie ſich befindet, aber das iſt ihr gleichgültig, die Haupt⸗ ſache iſt, daß ſie dieſer Menſch nicht mehr ſoll ein⸗ holen können, deſſen ehrloſe Abſichten ihr klar gewor⸗ den ſind.
Endlich ſteht ſie ſtill, denn der Athem geht ihr aus, ſie iſt in einer ſchmalen vunkeln Straße, ſie erblickt einen Eckſtein und ſetzt ſich darauf, ſchaudernd ſieht ſie ſich um, das mindeſte Geräuſch machte ſie erbeben, der Muth verläßt ſie, große Thränen fließen aus ihren Augen und ſie fortwährend an ihren Vater.
„Mein Gott,“ ſeufzt ſe, ihre Blicke gen Himmel erhebend,„was ſoll aus mir werden, wenn Du mich verläßt? mitten in der Nacht, in einer unbekann⸗ ten Stadt, die ſo gefährlich ſei!.. Ach, ich hätte
nicht einwilligen ſollen, meinen Vater zu verlaſſen.
Wenn ich geſagt hätte: Ich bin glücklich bei Dir,


