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für Roſa ein gar koſtbares Gut geweſen! Sie hätie den Kummer derſelben getheilt, ihre Hoffnungen be⸗ lebt; ſie hätte begriffen, warum das arme Kind ſeufzte, ohne daſſelbe lange darum zu befragen; denn beſonders zur Linderung der Liebesleiden hat die Vorſehung die Freundſchaft gegründet!
Aber Hieronymus' Tochter hatte keine Freundin⸗ nen im Dorfe. Die jungen Mädchen ihres Alters, welche unwiſſend und roh geblieben waren, hatten mit neidiſchem Blicke ihre Anmuth, ihre artigen Ma⸗ nieren und die Fähigkeiten ihres Geiſtes ſich entwickeln ſehen. Statt ihr nachzuahmen, ſtatt ſie als Beiſpiel vor Augen zu haben, hatten ſie es für einfacher ge⸗ halten, ſich von der, welche ſie mit Mißgunſt be⸗ trachteten, zurückzuziehen.. man iſt auf dem Lande nicht beſſer als in der Stadt: die Bösartigkeit iſt im Gegentheil, da man weniger aufgeklärt iſt, um ſo gefährlicher; ſo daß die ſchöne Roſa⸗Maria immer träumeriſcher wurde, die Roſen ihrer Wangen erblaßten und kein Lächeln mehr auf ihre Lippen trat, es ſei denn, wenn ſie ihren Vater gewahrte, vor welchem ſie ihre Traurigkeit zu verbergen ſuchte.
Dieſes war die Lage der Tochter des guten Landmannes, als eines Nachts, während die Bewoh⸗ ner Avons noch in tiefem Schlafe lagen, eine auf⸗ fallend flackernde Helle plötzlich einen Theil des Dorfes erleuchtete.
Bald darauf läßt ſich Geſchrei hören, der Lärm nimmt zu, Stimmen rufen um Hilfe, die Landleute erwachen, die Fenſter werden geöffnet und man ſieht


