Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

87

ihre Blouſen, ihre Mützen und bisweilen ihr ge⸗ ſchwärztes Kinn, aber ſonſt Nichts.

„Und ihre Stimme?.. würdeſt Du dieſe nicht erkennen, wenn Du ſie einmal hörteſt?“

„O, das weiß ich nicht, Vater, ich war zu ſehr erſchrocken.. ihre Worte drangen ſo dumpf, ſo un⸗ heilvoll an mein Ohr.. ich hörte und hätte lieber nicht gehört. Aber ich vergaß Etwas! ich habe Euch nicht Alles erzählt.. Dieſes hat ohne Zweifel einer der beiden Männer fallen laſſen und ich habe es, als ich über den Weg kam, den ſie eingeſchlagen hatten, auf dem Boden gefunden.“

Roſa⸗Maria zieht ein kleines Piſtol aus ihrer Taſche und überreicht es ihrem Vater. Hieronymus betrachtet die Waffe und ruft dabei aus:„Ach, das iſt prächtig! das ſind wunderſchöne Verzierungen und Schnitzeleien.. O, Du haſt Recht, Kleine, eine ſolche Waffe kann nur einer vornehmen Perſon gehören, denn dieſes Piſtol iſt ein Juwel. das iſt koſtbar!“

„Habe ich wohl daran gethan, dieſe Waffe auf⸗ zuheben, Vater?“

„Ganz gewiß, meine Kleine; denn ſieh', alle Er⸗ eigniſſe im Leben hängen zuſammen und find mit einander verkettet: es wohnt Einer über uns, der immer recht wohl weiß, wie er die Dinge in einan⸗ der fügt!.. und indem er Dich, junges Mädchen, welches durch Zufall bei dieſer Frevelthat Zeugin war, dieſe Waffe finden ließ, hat er vielleicht gewollt, daß Du vermöge derſelben die Strafbaren einſt er⸗ kennen ſollſt!“