Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Natürlich mußte die Prüfung bei ſeiner Frau be⸗ ginnen. Clodora hatte ein ziemlich hübſches Geſicht, aber eine nichtsſagende oder eigentlich gar keine Phyſiognomie. Von ihrer glänzenden Erziehung war ihr nichts im Kopfe geblieben, daher war ihre Unter⸗ haltung ſehr beſchränkt. In den erſten Tagen ihrer Verbindung hatte Edmund die mehr als naiven Ant⸗ worten oder das Verſtummen ſeiner Frau der Schüch⸗ ternheit zugeſchrieben. Aber ſechs Wochen nach der Hochzeit muß man doch mit ſeinem Mann ein wenig zu reden wagen.

Eines Tages, da Edmund mit ſeiner Gattin allein war, wollte er ſie um die Art der Verwendung ihres Vermögens befragen.

Meine liebe Frau, ſagte er zu ihr,Dein Va⸗ ter hat Deine Mitgift zu meiner Verfügung geſtellt; ſie beträgt ungefähr zweimalhundertfünfzigtauſend Franken. Was denkſt Du: ſollen wir uns mit den Zinſen aus dieſem Kapital begnügen oder biſt Du der Anſicht, daß wir unſer Vermögen vermehren?

Clodora machte große Augen, ſah ihren Mann mit erſtaunter Miene an, dann ſtarrte ſie auf ihre Zehenſpitzen und antwortete:Du lieber Gott... ich weiß nicht!...

Aber ich begehre einen Rath von Dir; da es ſich um Dein Vermögen handelt, ſo möchte ich ohne Deinen Rath Nichts beginnen.. haſt Du Ehrgeiz?

Ehrgeiz. ich weiß nicht. man hat mir nie davon geſagt.

Biſt Du zufrieden mit Dem, was wir beſitzen?