Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Dein Vetter bei Dir langweilen?... bei Dir, der er ſein Leben, ſeine Ehre ſchuldet?... bei Dir, die ihm ſtets ſo gut war?... bei Dir, die er heirathen ſoll2... In der That, Conſtanze, ich begreife die Ruhe nicht, womit Du das unwürdige Zurückziehen Deines Vetters erträgſt. An Deinem Platz. ha! da würde ich ihm ſchreiben: Mein Herr! Sie ſind ein Ungeheuer, ein Elender, ein ſehr ungebildeter Menſch!...

Ach, Pelagie, glaubſt Du denn, auf dieſe Weiſe führe man ein Herz zurück, das ſich Lvon uns ent⸗ fernt?..

Nein! murmelte Ginguet, in einem Buche blät⸗ ternd;man muß nie ſo Etwas ſchreiben.. das iſt ſehr unſchicklich.

Herr Ginguet, ich frage Sie nicht um Ihre An⸗ ſicht. Ich wiederhole: Edmund iſt ein Undankbarer und führt ſich unwürdig gegen ſeine Coufine auf.

Vielleicht klagſt Du ihn mit Unrecht an, meine theure Pelagie.. Du weißt nicht, ja Du kannſt nicht wiſſen, aus welchen Beweggründen er ſo handelt. Mein Vetter iſt frei; es würde mir ſehr leid thun⸗ wenn er ſich als einen Sclaven ſeiner Dankbarkeit vetrachtete, weil ich einmal das Glück hatte, ihm einen Dienſt zu leiſten. Allerdings wollten unſere Eltern uns vermählen, aber wir haben ſie verloren und ſeitdem hat ſich ſo Vielerlei zugetragen... Mir ſcheint, ich müſſe alle dieſe Jugendpläne als einen Traum betrachten und wahrſcheinlich denkt Edmund ebenſo.