dem Scheine trauen!“
„Madame, ich glaube nicht, daß viel Geiſt dazu gehört, um zu ſehen, was ich ſah.“
„Und was haben Sie denn geſehen, mein Herr? Kann man nicht mit einem Manne bei einem Trai⸗ teur ſpeiſen, ohne demſelben den geringſten Vorzug
zu geben?.. Und Sie, mein Herr, was thaten Sie
mit dem Frauenzimmer, das ſo unverſchämt war, mir den Senftopf unter die Naſe zu halten?“
„Ol ich, Madame, ich bin aufrichtiger als Sie: ich geſtehe, daß ich Sie betrog.“
„Ach, wie unglücklich bin ich!“
Leonie nahm zu ihrem gewöhnlichen Auskunfts⸗ mittel ihre Zuflucht: ſie fiel in Ohnmacht, doch ſorgte ſie dafür, daß ſie in Auguſts Arme fiel, und dieſer hatte nun die Nachbarin auf dem Halſe. In ſelbigem Augenblick kam der kleine Tony die Treppe herauf und ſagte zu ſeinem Herrn, es ſei ihm unmöglich, den betrunkenen Strack zu verſtehen. Auguſt ließ Leonie ſachte auf die Stufen der Treppe nieder, ſagte zu Tony, er ſolle Acht auf ſie haben, und ging dann ſchnell zu ſeinem Portier, der halb eingeſchlafen war und kaum ſprechen konnte.
„Iſt Bertrand nach Hauſe gekommen?“ fragte Auguſt, indem er den alten Deutſchen am Arme ſchüttelte; dieſer erhob den Kopf, blies dem jungen Mann einen erſtickenden Weindunſt in's Geſicht und ſtotterte:„Bertrand.„ ha! Sakerment!.. Ber⸗ trand!“
„Ach, mein Herr, wie kann ein Mann von Geiß


