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einander bedeutend nahe gebracht. Wer die Reize der Harmonie zu genießen verſteht, der weiß, daß nichts zwei Herzen ſchneller vereint als ein zärtlicher oder anmuthiger Geſang, als eine recht leidenſchaft⸗ liche Stelle, welche zuweilen Eines an das Andere richtet; die Muſik iſt für die Liebe ein gar mächtiger Allürter: ſie erregt, ſie erweicht, ſie ſpricht zur Seele. Dem Himmel ſei Dank, faſt alle unſere Damen kön⸗ nen heutzutage Clavier ſpielen. Athalie ſteht auf und Frau Deſtival führt ſie bis zu ihrem Zimmer. Ehe ſie eintritt, ſagt die Modedame lachend zu ihrer Freundin:„Meine Theure, ich muß Ihnen ein Ge⸗ ſtändniß thun: ich glaube die Eroberung des Herrn Dalville gemacht zu haben.“ 5
„Glauben Sie?“
„Ei, ich bin deſſen beinahe gewiß, er hat mir ſo
halbe Worte zugeflüſtert... Sie kennen das? dann drückte er mir zärtlich die Hand.“
„Ich wünſche Ihnen viel Glück dazu!“
„O, Sie können ſich wohl denken, daß ich mir nur einen Scherz damit machen will, weiter nichts!“
„Uebrigens muß ich Ihnen auch freimüthig ge⸗ ſtehen, daß Sie auf ſeine Eroberung wenig Werth zu legen haben, denn er iſt ein Menſch, der ſich in jede Schürze verliebt. Adieu, meine Schöne, gute Nacht!“
„Auf Wiederſehen, meine Gute! Ich werde mor⸗ gen früh aufſtehen, um im Freien zu ſpazieren.“
„Ich werde Sie begleiten, meine Then
Damit gehen beide Damen auseinander; Frau


