74 „Ja, Madame,“ entgegnet Jungfer Gothon,„einen
ganz kleinen, der erſt kürzlich hierher kam.“
„Er hat mir nicht ſo klein geſchienen!“ murmelt Herr Bouracand.
„Einen Vetter kann man allerdings haben,“ ſagt Madame,„nur ſoll er nicht zu oft kommen.“*
Kurze Zeit darauf überraſcht man den Schatz in traulicher Unterhaltung mit einem Rekruten.
„Es iſt auch ein Vetter von mir,“ antwortet Jungfer Gothon.
„Sie hat, wie es ſcheint, mehr als einen Vetter!“ denkt der Herr des Hauſes. 5
Als jedoch Madame Bouracand eines Morgens ihren Schatz früh wecken wollte und ſich zu dieſem Behufe leiſe in Gothons Kammer hinaufſchlich, fand ſie die Lothringerin bereits im Geſpräche mit einem dritten Vetter.
Dießmal war der Gegenſtand der Unterhaltung ein verbrecheriſcher.
Madame Bouracand ſieht ſich genöthigt, ihrem
Schatze die Thüre zu weiſen.
Und auf dieſe vier Mägde folgen im Verfluſſe von vier Monaten noch zwölfe,
Man probirt es mit Burgunderinnen, Perigor⸗„ derinnen, Elſäßerinnen, Auvergnerinnen, kurz mit Mädchen aus allen Departements.
Nach Verlauf vieſer Zeit beſtellte der Herr Bou⸗ racand, dem es in ſeinem Hauſe entleidet war, weil er ſich nicht an dieſen ewigen Wechſel der Geſichter gewöhnen konnte, eines Morgens einen Platz in dem 4


