Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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ihrer Herrin errathen hätte, ſich an dieſem Tage ſelbſt übertroffen.

Ein Dichter, der das menſchliche Herz oder viel⸗ mehr den menſchlichen Magen ſehr gut kannte, hat geſagt:

„Mit Gaſtmahlen regiekt man die Menſchheit!“

Und in der That, wie viel Pläne, Abſichten und Intriguen ſind nicht von jenem römiſchen Kaiſer, der ſeinen Koch zum Senator erhob, weil er eine vor⸗ treffliche Sauce erfunden hatte, von Heliogabal und Lucullus an, welche man mit Recht die Reſtoratoren des Reichs hätte nennen können, durch die Macht der Mahlzeiten durchgeführt worden! Sie ſind ein bedeutendes Hülfsmittel, deſſen man ſich mit gleicher Wirkung immer wieder bedient.

Daraus könnte man ſchließen, daß die Menſchen viel auf das Eſſen halten.

Warum ſollte man dieſes bezweifeln, da wir doch alle Tage vor und ſogar nach dem Eſſen ſo viele Leute, gleichſam in Bewunderung verſunken, vor Cherets Laden, vor dem Hotel der Amerikaner, kurz vor allen bedeutenden Victualien⸗Niederlagen ſtehen ſehen?

Ich ſah eines Tages einen ſehr gut gekleideten, voll und wohlgenährt ausſehenden Herrn fünf Mi⸗ nuten lang, ohne die Augen abzuwenden, auf einen prächtigen Seekrebs hinſtarren; da es mir aber zu langweilig wurde, dieſen Herrn weiter zu beobachten, entfernte ich mich; ich kann ſomit nicht ſagen, wie lange er noch in dieſem Zuſtand der Bewunderung vor den Conſumtibilien verharrte.