Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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ſtummt vor der, die über unſere Zukunft entſcheiden ſoll. Wenn man zweifelt, ſich noch nicht zu ſchmei⸗ cheln wagt, befürchtet, ein Wort zu hören, das un⸗ ſere Hoffnungen zerſtören würde und das zu erfah⸗ ren(ob man nämlich geliebt iſt) man dennoch glüht, dann iſt die Liebe keine bloße Einbildung oder Laune, ſondern eine wahre Leidenſchaft, und die Leidenſchaf⸗ ten durchwühlen den Geiſt und haben Einfluß auf unſer ganzes Sein.

Eines Abends indeſſen hatten Heinrich und Pau⸗ line ſich in einem Hauſe getroffen, wo eine ſüße Frei⸗ heit herrſchte. Während die älteren Leute Karten ſpiel⸗ ten, hatten die jungen Mädchen unſchuldige Spiele angefangen, an denen Theil nehmen zu dürfen auch einige junge Männer um Erlaubniß baten.

Es iſt unnöthig, zu bemerken, daß Heinrich neben Pauline ſich einzuſchmuggeln wußte. Als man aber zum„Ringdrehen“ ſich entſchloſſen hatte, ſie neben einander ſaßen und ihre Hände den Faden hiel⸗ ten, in dem der Ring ſich drehte, und jeder Spieler that, als gebe er den Ring ſeinem Nachbar oder ſeiner Nachbarin, da fühlten ſie eine unbekannte Un⸗ ruhe. Ein unwillkürliches Zittern befiel ſie, wenn ihre Hände ſich begegneten und ſie begegneten ſich jeden Augenblick; der Faden, den ſie hielten, war von ihrer Liebe elektriſirt, jede Bewegung, die das Eine oder das Andere daran machte, ließ ſie ein neues Vergnügen empfinden, und ihre Hände konnten⸗ als ſie ſich begegneten, ſich nicht mehr trennen.

Der Ring wurde bei Pauline gefunden; wie hätte