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begegnete, er ſich ihr näherte und einige Worte an ſie richtete. Vielleicht verriethen ſeine Augen wider ſeinen Willen die Unruhe ſeiner Seele, denn Pauline ſchlug die ihrigen nieder und erröthete; war es Ahnung oder Mitgefühl? Die Herzen müſſen ſich wohl erra⸗ then, wenn ſie ſich auch nicht zu ſprechen wagen. Heinrich hatte nicht unterlaſſen, ſich zu erkundigen, wer die reizende Pekſon ſei, deren Anmuth und Be⸗ ſcheidenheit Jedermann bewunderte; man hatte ihm geſagt: es iſt die einzige Tochter des Herrn Girau⸗ mont, eines alten Handelsherrn, der mit zwölftau⸗ ſend Franken Renten ſich von den Geſchäften zurück⸗ gezogen hat. Pauline hat vor fünf Jahren ihre Mutter verloren, und obgleich ſie damals erſt zwölf Jahre alt war, hat ihr Herz dennoch den ganzen Verluſt verſtanden. Seit dieſer Zeit hat ſich ein melancholiſches Weſen über die Züge des jungen Mädchens verbreitet, welches die Zeit nicht verwiſchen konnte. Pauline war von ihrer Mutter angebetet und das liebenswürdige Kind gab ihr ihre Liebkoſun⸗ gen tauſendfach zurück. Ihre Mutter war für ſie ein Gott, eine Zukunft und das Glück jeden Augenblicks; „ferne von ihrer Mutter gab es keine Freude, kein Vergnügen, keine Unterhaltung, bei ihr nie Schmerz noch eitle Wünſche. Man durfte dem Mädchen von keinem Balle, keinem Schauſpiel reden, wohin ihre Mutter ſie nicht begleitet hätte, denn ſonſt würde man ihr, ſtatt ihr Ausſicht auf ein Vergnügen zu machen, zum Voraus Kummer bereitet haben. Paul de Kock. 1R. 7


