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koſtet; beſtohlen zu werden darf ich auch nicht fürch⸗ ten.“
Bouchenot geht über das Boulevard hinüber und miſcht ſich unter die vor einem großen Zelte verſam⸗ melte Menge; ein ungeheures, an einem Beſenſtiele befeſtigtes Gemälde zog die Augen auf ſich: daſſelbe ſtellte die neue Welt vor. Man ſah eine Unmaſſe Menſchen, Thiere, Bäume und Pflanzen darauf; die Blumen waren ſo groß als die Bäume, die Thiere weit größer als die Menſchen, und die letzteren hat⸗ ten ſchneeweiße Haare auf dem Kopfe, die ihnen bis an die Ferſen hinabhingen.
Ein Mann, der auf den bei dem Eingang zum Zelte angebrachten Stufen ſtand, erklärte die Bedeu⸗ tung des Bildes, indem er mit einem großen Stabe darauf ſchlug.
Dieſer Mann hatte einen alten Oberrock an, deſ⸗ ſen Farbe man nicht mehr unterſcheiden konnte, einen ſchlechten Hut auf, der faſt keine Krempe mehr hatte, und einen fürchterlichen Schnurrbart, der ſich bis an ſeinen dicken Backenbart ausdehnte.
Während er das Publikum anredete, führten zwei, der eine als Hanswurſt, der andere als Geck geklei⸗ dete Männer auf dem Gerüſte einen Tanz auf, deſ⸗ ſen Figuren ſie wahrſcheinlich ſelbſt erfunden hatten, und erlaubten ſich dabei tauſenderlei Stellungen, wo⸗ bei die Schicklichkeit durchaus nicht beobachtet wurde. In einer Ecke endlich ſtand ein, ſo zu ſagen als
* Amazone gekleidetes Frauenzimmer, welches einen
Panl de Kock. LIx. 8


