Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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geradezu bis in's vierte Stockwerk hinauf, ſtehet vor einer Thüre ſtill, auf die man eine Menge Figuren und Zeichnungen ſowohl mit Kreide als mit Kohle gemalt hat, ziehet an einer alten Haſenpfote, die eine Schnur in Bewegung ſetzt und eine Klinke auf⸗ drückt, und ihr tretet ſodann in ein von drei jungen Leuten bewohntes Zimmer ein.

Drei junge Leute in Einem Zimmer! werdet ihr ſagen.. Ei! wundert euch das? In Paris iſt es nichts Seltenes. Es iſt immer noch beſſer, man be⸗ ſitzt das Drittel eines Zimmers, als man iſt ganz obdachlos, was oft wohlerzogenen, geſchickten jungen euten von guter Familie, die ſich nicht recht zu hel⸗ en wiſſen, armen, ruinirten Künſtlern, unbeſchäf⸗ tigten Arbeitern und Landmädchen paſſirt, die in der Hauptſtadt einen Dienſt ſuchen. Von den Vagabun⸗ den will ich gar nicht ſprechen, denn die ſind es ge⸗ wohnt, unter freiem Himmel zu übernachten.

Das von den drei Perſonen bewohnte Zimmer war groß und finſter. Da die Inhaber keine Vorhänge beſaßen, hatten ſie die Fenſterſcheiben mit verbrann⸗ tem Korkholz ſchwarz gefärbt, wodurch die Tages⸗ helle ſehr beeinträchtigt wurde. Die Wände waren einſt mit Papier überklebt geweſen, aber es hingen nur noch einzelne Fetzen herab, die man vollends herunterriß, wenn man ſolches brauchte, um Etwas einzuwickeln. In einer Ecke der Stube ſtand eine alte, wurmſtichige Bettſtelle, worin ſich ein unge⸗ heurer Strohſack und eine ſo dünne Matraze befand, vaß man ſie leicht hätte für einen bloßen Ueberzug