kurzem an Philipp ſo ſehr, daß er ihm täglich die Flinte putzte und gar nicht mehr ohne ihn aus⸗ ging, ja nach einiger Zeit ſogar ſein verſchim⸗
meltes Jagdhorn hervor ſuchte, um dem neuen
Cameraden ſo viel luſtige Jagdſtuͤckchen zu lehren, als er ſelbſt blaſen konnte. Bald uͤbertraf hierin
Philipp den Meiſter, lernte dabey auf dem Fin⸗ ger und auf dem Blatte pfeifen, alle Wild⸗ und
Vogelſtimmen mit dem Munde auf das taͤuſchend⸗ ſte nachahmen, alle Waidmannsliederchen auf
das trefflichſte ſingen.
Kurz, Wolf hatte nunmehr an dem Burſchen ſeine einzige Freude! Rur eines verdroß den Al⸗ ten, und gab zuweilen ſelbſt zu Zaͤnkereyen An⸗ laß, nahmlich, daß Philipp nach wie vor hinter
den beyden Jaͤgermaͤdchen herlief, und beſonders
an die älteſte wie gebannt ſchien.
Faſt könnte man vermuthen, Philipps Ent⸗ ſchluß, ſich bey Birkholzen in die Lehre zu be⸗ geben, ſey mit durch geheime Zuneigung zu dem aufſchoſſenden Maͤdchen bewirkt worden. Denn der raſche Burſch ward, wenn er Lottchen nur von fern erblickte, lauter Feuer und Leben, und zog, ganz wider ſeine ſonſtige Art, oft das Vo⸗ gelſtellen der Reh⸗ und Haſenjagd vor, weil Lott⸗ chen nicht ſelten auf dem Vogelherde ſich ein⸗ ſtellte. So oft es an Feyertagen oder des Abends nur die Zeit erlaubte, blies er zu ihrem Geſange


