Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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aus einem hellerleuchteten Boskett in eine dunklere Allee trat. Ich eilte einige Schritte ſchneller vor⸗ 7 wärts, aber meine Augen bemühten ſich vergebens, noch eine Spur zu entdecken, ſie war verſchwun⸗ den, aber in meinem Gemüth blieb ein tiefer Ein⸗ druck zurück. Ich vermochte es nicht, die Urſache dieſer Erſcheinung meiner lebendigen Einbilduugs⸗ kraft zuzuſchreiben, ich hatte ihn nur zu deutlich erkannt, und werde das tiefſchweigende, blaſſe Ge⸗ ſicht niemals vergeſſen! Gott, wenn er krank geworden wäre! ſchon 6 einmal ſtand er am Rande des Grabes, auch er iſt ſterblich, wenn die Krankheit ihn auf's Neue F bedroht hätte? O, mein Gott, ſchütze ſein Le⸗ ben! Erhalte es, und wenn ich auch keinen Theil daran haben darf, als den Stolz, mich einſt ſeines ſegnenden Einfluſſes erfreut zu haben, erhalte den edelſten Mann zum Heile der Menſch⸗ heit, und nimm dafür mein dir ganz geheiligtes Leben zum Opfer der innigſten Dankbarkeit an! Ich verlange ſehr den Grafen Ordeck zu ſpre⸗ chen, er iſt auf einige Tage in Holmſee, und kann mir die gewiſſeſte Nachricht von ſeinem Befinden geben. Ich bin ſo beklommen, ſo unruhig, Richar⸗ dis, ach, wenn dies nur keine übeln Ahnungen ſind! Ihn ganz zu verlieren, wie vermöchte ich es denn zu ertragen! Ich denke oft darüber nach,