Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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Hundertelfter Brief.

Hermine von Bören an Frau von Alboin.

Aus der Reſidenz, im Juni 18**

Denken Sie ſich meinen Schmerz, Bören iſt nach T. kommandirt, und ich kann ihn nicht begleiten, weil ich nicht mehr wie ſonſt, wie ein Vogel auf dem Dache bin, ſondern Urſache habe, mich zu ſchonen. Da haben Sie in wenig Worten ein Glück und einen großen Kummer, die faſt zugleich in unſerm Hauſe eingekehrt ſind. Künftige Woche verläßt er mich, es iſt die erſte Trennung, die uns bevorſteht, und ſcheint eine größere Angſt mit ſich zu führen, als ich je geglaubt hätte. Wenn ich mir denke, was ihm alles begegnen könnte, ſo ſte⸗ hen mir die Haare zu Berge. Auf dem Hinwege iſt weniger Gefahr, weil er eine bedeutende Mann⸗ ſchaft nach T. bringt, aber zurück reiſt er ſo ganz allein, daß mir graut, wenn ich an die Wälder,