— 205—
ſoll, muß der Erſte in meinem Herzen ſein,—
damit ich vor den Verirrungen meines Gefühls
ſicher bin,— dieſes allein iſt die Bedingung, die ich meinem Vater entgegenſtelle, der Punkt, worin⸗ nen ich unerſchütterlich bin,— außer dieſem bin ich ganz Gehorſam, ganz Ergebung, ganz Aufvpfe⸗ rung!— Ich überlaſſe es der Zeit, meinen Grund⸗ ſatz mit ſeinem Willen zu vereinen, vielleicht wün⸗ digt mich Gott, ohne mich einer heimlichen Ver⸗ ſchuldung anklagen zu dürfen, den Segen, die Freude, die er wünſcht, über ſein greiſes Haupt zu bringen!— O, mein Freund, Andern Freude zu machen, iſt ja ſo ſüß! Wie ſollte ſich mein gan⸗ zes Herz nicht darnach ſehnen? Könnte ich dieſes Vergnügen nur einmal ſo aus voller Seele genießen, wie Sie ſich deſſen erfreuen mußten, als Sie die Thränen des Dankes ſo oft vor ſich fließen ſahen. Sie lehrten mich mein Glück, da es in der Außen⸗ welt ſo oft beſtritten und geſtört wird, in den Tie⸗ fen des innern Lebens anbauen; Sie erhoben die
kejmende Saat, durch die Kraft göttlicher Lehren,
und durch Ihr eigenes ſegnendes Beiſpiel; das gibt Ihnen das heiligſte Recht auf jede Blüthe, die mei⸗ ner Seele entſproß, wie es mir den Muth geben⸗ ſoll, Ihnen jetzt den Kranz meiner Erkenntlichkeit mit tiefer Ehrfurcht zu überreichen!— Empfangen Sie die kleine Sammlung mit Güte! Es ſind


