Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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Vierundſiebzigſter Brief.

Angela, Comteſſe Domelli, an Richardis.

Aus der Reſidenz, im November 16**

J habe keine Ruhe auf meinem Lager, und bin aufgeſtanden, um mich mit Ihnen zu unterhalten, weil meine Seele noch ſo bewegt iſt. Die Glocke ſchlägt zwölf Uhr, und noch will der Schlaf meine Augenlieder nicht beſuchen, meine Phantaſie iſt er⸗ hitzt, mein Geiſt ſo lebendig, als hätte er von ei⸗ nem wunderbaren Lebensbalſam gekoſtet, der alle ſeine Kräfte aufgeregt und in thätigen Umſchwung gebracht hätte. Ich will daher den wüſten Träu⸗ mereien ein Ende machen, und meine Gedanken ordnen und ſchreiben. Ach, Richardis! ich bin ſo verwandelt, ſo ſeltſam verändert, daß ich mir recht unheimlich vorkomme. Da ſind aber die herr⸗ lichen Gemälde daran Schuld, und vor Allen die Schauſpiele, die ich einige Abende hinter einander mit der Baronin beſucht habe. Ich kann es nicht Angela III. 2