Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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O, warum kann doch nicht alles Herrliche im Leben vereiniget ſein! Ich werde bald einſehen lernen, daß der Aufenthalt in einer großen Stadt ebenfalls viele Vorzüge hat, und daß der Reiz des Landlebens noch unendlich geſteigert werden könnte, wenn mit ihm alle Genüſſe verbunden würden, welche die Kunſt gewährt.

Mir wird oft bange, meine Freundin! ob mich der Strudel dieſes regſamen Lebens nicht allzuſehr von der einfachen Ruhe entfernen könnte, in der ſich ſonſt mein Herz ſo wohl befand; ich habe daher den Abend zu meiner Vertrauten ge⸗ macht, weil mit ihm mir die Stille meiner Hei⸗ math zurückkehrt, und die blendenden Formen frem⸗ der Umgebungen in Schatten zerrinnen. Hier durchgehe ich die Begebenheiten des Tages, ordne und prüfe meine geſammelten Schätze, und kehre dann im Geiſt bei meinen Lieben ein, ihnen meine Seele darlegend mit ihren Eindrücken und neuen Erfahrungen.

Sehe ich die Augen meiner Richardis mir freundlich zulächeln, die Geſtalt Nordens friedlich an mir vorüberziehen, und das Geſicht meines Va⸗ ters voll Zufriedenheit, dann, Geliebte, iſt der Tag ſchön beſchloſſen, und eine ſanfte Ruhe gewiß. Leiſe dämmern dann die Geſtalten der Vergangen⸗ heit in ſüßen Träumen empor, und verſchmelzen