Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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dort oben wie auf Erden geht ſeinen von Ewig⸗ feit beſtimmten Gang! Auch Sie werden ihn gehen, trotz allen Cometen und Wandelſternen, die durch Ihre Bahn laufen werden, bis endlich der Punkt wieder erreicht iſt, von dem Sie ausgingen! O, es iſt etwas Schönes um das ewige Geſetz, das ich meine, gegen das ja doch fremder Wille ſo wenig vermag!

Er küßte hierauf mit Lebhaftigkeit meine Hand, und warf ſich auf's Pferd, mir noch aus der Entfernung mit ſeinem erbeuteten Tuche zu⸗ winkend. Als ich allein war, fühlte ich, daß et⸗ was Unangenehmes in einer Störung liege, die uns von der Andacht eines heiligen Schmerzes abzieht.

Ich ſetzte mich an mein Inſtrument, und be⸗ gann einen Choral zu ſingen, den Rorden für mich componirt hatte, und der mich allmählig wieder in meine vorige Stimmung zurückführte. Als ich ihn beendet hatte, trat ich an's Fenſter; der Mond war aufgegangen, und gab den bekannten Gegen⸗ ſtänden die fremdeſten, abenthenerlichſten Formen. Ein dunkler Schatten ſchien langſam unter den hohen Pappeln hinzuſchweben, die mit dem abge⸗ ſtorbenen, von Mondlicht durchſchimmerten Lanb, mir ſelbſt wie bleiche Geiſter vorkamen. Ich folg⸗ te mit meinen Blicken der dunkeln Geſtalt, ſie