in der Meinung theurer Perſonen zu verlieren, hat für mich etwas Fürchterliches, Seelenergreifen⸗ des. Gott bewahre mich vor Schuld! Wie wür⸗
de ich einen gegründeten Vorwurf ertragen können,
da der Schatten davon mich ſchon ſo muthlos machen kann!
Dieſer Brief iſt vielleicht der letzte, den Sie von Breiſach aus erhalten. Mein Vater hat den übermorgenden Tag zu unſerer Abreiſe feſtgeſetzt. Ich bin daher viel mit den nöthigen Zurüſtungen beſchäftigt, er will, daß ich eine vollkommene Aus⸗ ſtattung mitnehmen ſoll, und hat mir! viel theuere Sachen gekauft. Kaum behalte ich die Abende übrig, um von allen meinen Lieblingsplätzen Abſchied zu nehmen. Graf Ordeck kommt faſt täglich herüber, er ſcheint meine Abreiſe nicht gern zu ſehen, und
beunruhigt mich durch ſein Betragen. Er nimmt
oft ein ſo ſeltſam zerſtreutes Weſen an, daß ich um ſeine Unterhaltung verlegen bin. Wenn ich ihn um etwas befrage, ſo fährt er erſchrocken em⸗ por, und bleibt mir nicht ſelten die Antwort ſchul⸗ dig. Er hat mir letzthin, als ich ihm die Guitar⸗ re brachte, mit der Bitte, uns etwas mit ſeiner angenehmen Stimme zu ſingen, zwei Saiten zer⸗ riſſen, ſo wüthete er auf dem Inſtrument umher, und als ich ihm darüber einen gutmüthigen Ver⸗ weis gab, lachte er laut auf, und ſagte:„Da


