Erfindung überall verringerte, und nur durch ſein luſtiges Weſen ſeine Freude an unſerm Wohlgefal⸗ len ausſprach.
Man trug Erfriſchungen auf. Wir ſetzten uns traulich um einen Tiſch am offenen Fenſter, und ſahen dem im Abendpurpur allmählig erglühenden Wellenſpiel im Laufe wechſelnder Geſpräche zu. Norden ſchien ſich nur mühſam zu geſelliger Hei⸗ terkeit zu erheben; ſein Geiſt war oft abweſend, und das ſtörte ſichtlich den Genuß dieſes Abends.
Als wir nach Hauſe fuhren, hatte der Graf ſich neben mich geſetzt. Seine Stirn glänzte ſo kindlich heiter, ſeine ſonſtige Rauhheit ſchien gänz⸗ lich verſchwunden zu ſein. Er unterhielt mich auf's Angenehmſte, und machte daß ich bisweilen meine innere Betrübniß darüber vergaß. Norden unter⸗ hielt ſich unterdeſſen mit meinem Vater. Sein Blick war düſter und ernſt, kein freundliches Wort, das mich beruhigt hätte,— es ſchien, als wolle er ſich den ganzen Tag über entfernt von mir halten. O, theure Richardis! in welche Unruhe kann uns das veränderte Betragen eines Menſchen ſetzen, den wir verehren, und deſſen Meinung für uns von ſo großer Wichtigkeit iſt. Es iſt dann, als mißtrauten wir uns ſelbſt, indem wir ſeine Zufriedenheit entbehren!— Ich weiß nicht, was ich ihm gethan haben mag, daß er mich alſo be⸗
Angela 11. 10


