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Ich riß das Fortepiano auf, ich warf mich auf den Stuhl, die Geiſter der Töne in wildem Tumulte herausfordernd. Gleich dem empörten Meere, das in mir wogte, wälzten ſich die Klänge in rauſchendem Wirbel um mich her. Vergnügt horchte ich den ſchneidenden Diſſonanzen, die ich hervorrief, um mich ſelbſt mit den regelloſen Phan⸗ taſien, die der Augenblick mir eingab, zu betän⸗ ben. Endlich hemmte das Geläut' der Abendglocke mein frevelndes Spiel. Ich legte die glühende Stirn an die Bruſt meines Kindes, mir war, als hörte ich das ſchuldloſe Herz für meinen Frieden beten, und hier, v Walter, war es, wo ich meine Ruhe wiedergewann. Ich befeſtige ſie, indem ich Dir dies ſchreibe; ein aufrichtiges Bekenntniß, dem treueſten Freunde abgelegt, iſt eine Beichte, die ſtets Frieden gewährt. Ich fühle nun doppelt den Werth meiner Selbſtbeherrſchung. Beſſer ich ließ die Comteſſe im Zweifel, ob ich ſie verſtan⸗ den habe, oder nicht, es gibt uns beiden eine ſi⸗ cherere Haltung gegen einander; mit dem Augell⸗ blick, wo unſer inneres Leben ausgeſprochen iſt, iſt auch unſer äußeres auf immer getrennt! Da⸗ her tiefe Schleier über dieſes Geheimniß, kein Blick darf es enthüllen, ſelbſt der unſrige kaum!
O Walter, Walter! wie glücklich, aber auch wie unglücklich iſt ſeit jener Stunde Dein Freund.


