Ich glaubte ſogleich, in einem jungen Ankömmling, einem Grafen Ordeck, den Mann zu finden, den ich ſuchte. Jedes linkiſche Weſen reizt mich auf eine unwiderſtehliche Art, ich muß feilen und Hand anlegen, und ſollte ich mir auch die Finger vev⸗ letzen. Der wilde Löwe aber fuhr bei der gering⸗ ſten Berührung entrüſtet auf mich zu, daß ich mich erſchrocken zurückzog, und gern keinen weitern Verſuch wagte. Später hab' ich wohl das Fädchen erkannt, an dem er zu leiten iſt. Die ſchöne Com⸗ teſſe verſteht es auf das geſchückteſte zu führen, und weiß die rohe Natur zur Lammsſanftmuth zu zähmen. Daß er ſichtlich in die Kleine verliebt iſt, iſt nicht zu läugnen; ſein Geſchmack macht ihm Eh⸗ re, aber ich bewundere den Ihren. So etwas Wil⸗ des, Unbiegſames und Dreiſtes, als dieſer Mann, iſt mir nicht bald vorgekommen. Zehnmal, wenn er das feine Mädchen mit ſeinem ungenirten:„Lie⸗ be Angela!“ anſprach, ſchwebte es mir auf der Zunge, ihm„liebes Behemot!“ zu erwiedern. Ich kann nicht glauben, was Norden ſagt, daß hinter dieſer rohen Maſſe ein Geiſt voll Kenntniſſe, Scharfſinn und Liebe ſteckt. Könnte man doch ſol⸗ chen Menſchen immer den ſchwerfälligen Erden⸗ ſchleier abnehmen, und das Gold finden, ohne ſich erſt durch dieſe Felſen hindurcharbeiten zu müſſen. — Angela muß ein feines Auge haben, denn auch
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


