Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Stillen beſuche, um zu ihrer Geneſung ſo viel ich kann, beizutragen. Im Stillen, ſage ich, denn mein Vater, ſo mildthätig er iſt, würde vielleicht aus zu großer Aengſtlichkeit für meine Geſundheit, mir den Aufenthalt in den niedern Krankenſtuben verſagen, und mein Beſtreben, jenen armen Lei⸗ denden zu dienen, lieber auf ein reichliches Allmo⸗ ſen beſchränkt ſehen. Nun weiß ich aber gewiß, daß ein freundliches Wort, ein wohlgemeinter Rath oft mehr erfreut und thätiger wirkt, als ein blo⸗ ßes Geſchenk, und daß der Himmel vor Allem das Herz anſieht, mit dem man gibt und hilft. Und ſo, liebe Richardis, wird es wohl nicht Sünde ſein, meiner Neigung den Willen zu laſſen, da ſie doch aus reiner, guter Abſicht hervorgeht!

Ein Plan, der vor kurzem in meiner Seele geweckt wurde, beſchäftiget jetzt meine Phantaſie mit den angenehmſten Bildern, und trägt ſehr viel zu meiner heitern Stimmung bei. Ich traf in ei⸗ ner Bauern⸗Hütte mit Norden zuſammen. Er ſchien dort einen Streit geſchlichtet zu haben, denn die Spuren der Beſchämung und der Reue waren noch auf den Geſichtern der Anweſenden ſichtbar.

Ich hatte für die Kinder jener Familie, die ſehr ſchlecht bekleidet waren, Winter⸗Röckchen ge⸗ näht, und brachte ſie nun, nicht ohne Erröthen, einen Zeugen zu finden, den Kleinen dar. Die