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Wie hoch, wie herrlich iſt der Beruf, der den Menſchen zum Verkündiger des göttlichen Wortes erhebt! Wie geheiliget der Mund, der dem Dien⸗ ſte des Herrn geweiht, ſeinen Willen uns deutli⸗ cher offenbart! Andern die Hände reichen auf Pfa⸗ den, die ihnen dunkel und unbekannt ſind, ſie er⸗ beben, ermuntern zur Tugend, zum Glauben, zur Geduld, wie ſchön, wie beſeligend iſt dieſe Pflicht, wie würdig dem erhabenen Ebenbilde der Gottheit.
Als ich die Kirche verließ, war mir, als ſ mein Herz einer unendlichen Liebe aufgegangen, als ſollte ich Alles was da leidet und klaget, an meine Bruſt nehmen, und alles hinopfern was ich habe, um den Durſt meiner Seele zu ſtillen. Ich beſchloß in dieſer Stunde, immer recht mild und menſchenfreundlich zu ſein, und werde es halten! Mein Taſchengeld, das zu meinem geringen Be⸗ darf viel zu reichlich iſt, wird mir erlauben, man⸗ chen Hülfsbedürftigen zu unterſtützen, ich werde fortan dem verborgenen Elend forgſam nachfor⸗ ſchen, und mir die Liebe, das Vertrauen unſerer Unterthanen zu gewinnen ſuchen.
O, wie wohl, wie innig wohl iſt mir, liebe Richardis! Mir bangt nun gar nicht mehr, ſelbſt vor dem Winter nicht! Ich ſehe vor mich hin, wie in eine weite helle Ebene, überall iſt Himmel und Licht, und in mir ein Ouelt von Seligkeit, der frei


