—
dann werde ich wohl ſehr einſam ſein, und viel trauern, daß man mich aus dem Kreiſe meiner Geſpielinnen nahm, um mich dem Schmerz unbe⸗ friedigter Sehnſucht zu übergeben!—
Ich wurde in meinem Schreiben durch einen Beſuch des Superintendenten Norden unterbrochen. Er iſt vor kurzem zurückgekehrt, und wird, da ſei⸗ ne Geſundheit wieder völlig hergeſtellt iſt, morgen zum Erſtenmale in unſerer Kirche predigen. Mir ſielen, als ich ihn wiederſah, ſogleich die ſchönen Tage wieder ein, die wir im Rieſengebirge zubrach⸗ ten. Ich war ſehr glücklich in dieſer Erinnerung, und ſprach viel mit ihm über den ſchönen Aufent⸗ halt in Warmbrunn.
Er ließ ſich ſehr gütig zu mir herab, und hör⸗ te mir recht theilnehmend zu, als ich mit der Wär⸗ me meiner Phantaſie jene lieben Bilder aufzufri⸗ ſchen ſuchte. Gewiß wäre er noch länger bei uns geblieben, wären wir nicht durch den Beſuch eini⸗ ger Herren geſtört worden, die bei ihrer Rückkehr aus der Reſidenz bei uns einſprachen. Ungern ſah ich ein Geſpräch unterbrochen, das für mich ſo an⸗ ziehend war, und dennoch mußte ich aus ſchuldiger Artigkeit den Reden der Fremden mein Ohr lei⸗ hen, die mich um ſo mehe ermüdeten, je tiefer das Vorige mich angeſprochen hatte.„


