Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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überlaſſen, und da dieſe zuerſt Anſtand nahm, ſie endlich durch eine ihrer Verwandtinnen abholen ließ.

Mein Vater vermißt Herminen ſo ſichtlich, wie ich. Sein Gemüth bedarf ſtets der Aufmunte⸗ rung, und mit Schmerz bemerke ich, daß dieſe Gabe mir nicht in dem Grade zu Theil ward, wie ich es um ſeinetwillen wohl wünſchte.

Hermine hat mich eine Zeitlang aus meiner Stille herausgeriſſen, ich bemühete mich ihr gleich zu ſein. Zetzt, da ſie fehlt, fällt allmählig der geborgte Schmuck von mir ab, ich überlaſſe mich wieder gern dem ſtillen Sinnen, das Sie oft an mir tadelten, und das ich doch nicht ändern kann, und flüchte mich von Außen her wenig angeſpro⸗ chen, mit der alten Liebe an das Herz der Natur.

Der Herbſt beginut ſeine bunten Lichter auf Buſch und Hain zu werfen.

Die Gegend umher gewinnt mit jedem Tage ein lebendigeres Colvrit. Ich ſchweife viel umher, und fange die warmen Scheideblicke der ſchönen Jahreszeit geizig auf, bevor der Winter ſein Lei⸗ chentuch über die freundlichen Geſtalten des Lebens wirft. Bis dahin, liebe Richardis, iſt mir gar nicht bange, ich bin nicht allein, ſo lange die Puls⸗ ſchläge der Natur den Schlag meines Herzens er⸗

wiedern! Aber ſtirbt auch dieſe ſüße Freundin,