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hatte ſich mit Vorbedacht zwiſchen drei Spiegel
geſetzt. Auf dieſe Weiſe war ſie gewiß, nach welcher Seite ſie ſich auch wenden mochte, ſich ſelbſt zuzulächeln und das impoſante Gebäude ihres Haarputzes in ſeiner ganzen ſtolzen Maje⸗ ſtät zu ſehen. Bei jedem Stich den ſie that, warf ſie in einen der drei Spiegel einen koketten Blick, den dieſer ihr pünktlich zurückgab.
Dieſes unſchuldige Spiel ſchien Fräulein
Olivia von Vaunoy ganz außerordentlich zu ge⸗ fallen; aber es war ein ſtummes Spiel, und die Zunge des alternden Fräuleins machte we⸗ nigſtens eben ſo viel Anſprüche als ihre Augen.
Schon mehrere Male hatte ſie es verſucht, mit ihre Nichte ein Geſpräch über ihre Lieblings⸗ gegenſtände anzuknüpfen, nämlich: über die Feh⸗ ler des Nächſten, über die größere oder geringere Schönheit des neueſten, von Rennes erhaltenen Putzes, und beſonders über die Romane des Fräulein von Senderi, welche damals in der Bretagne noch Mode waren.
Alix hatte einſylbige und unpaſſende Ant⸗ worten gegeben. Sie hatte nicht allein auf die Fragen nicht geachtet, ſondern ſie hatte ſie in der Re⸗
gel gar nicht gehört, eine an und für ſich ſchon
für jeden Frager ſehr unangenehme Sache, die aber für ein Fräulein von gewiſſem Alter, die
das Bedürfniß zu ſprechen fühlt, ganz unerträg⸗
lich iſt.
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