„Nimm Dich in Acht!“ wiederholte Lapierre ſpöttiſch.„Was ſagt Ihr dazu, Meiſter Alain?“
„Der junge Hahn kräht laut,“ antwortete dieſer;„er ſcheint zu fühlen, was in ihm ſteckt. Uebrigens iſt der Rath, ſich in Acht zu nehmen, immer nicht ſchlecht.“
Didier hatte, ohne es zu wiſſen, den Weg nach dem Garten eingeſchlagen. Bald befand er ſich zwiſchen den künſtlich geſchnittenen Buchen⸗ hecken, welche das unausweichliche und klaſſiſche Labyrinth der Gärten des vorigen Jahrhunderts bildeten. Hier und da konnte man durch die Zweige, welche ſchon die Annäherung des Win⸗ ters verriethen, einige Statuen von weißem Mar⸗ mor ſehen.
Didier warf auf alle dieſe Gegenſtände einen zerſtreuten Blick. Unwillkürlich war ſein Geiſt zu den Gedanken zurückgekehrt, die ihn nach ſei— nem Erwachen beſchäftigt hatten. Wie es den lebhaften und poetiſchen Gemüthern oft gceht, genügte es bei ihm gleichſam, die Illuſion her⸗ beizurufen, wenn ſie erſcheinen ſollte. Dieſe hohen, grünen Wände kamen ihm vor wie alte Bekannte. Er fand ſich in dieſen Irrgängen zurecht, und obgleich ihre Verſchlingungen un⸗
ſchuldig genug waren, daß die Sache ganz na⸗ g genug he ganz
türlich erſcheinen konnte, ſo glaubte er doch, oder
bemühte ſich, es zu glauben, daß die Erinnerung
der Faden der Ariadne für ihn war.


