Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

147

ſtreuen, wenn man in irgend einer Angelegenheit raſch zum Ziele gelangen wollte.Wenn Blanca allen dieſen Leuten da bekannt wäre, ſagte Urbain zu ſich, ſo würden ſie keine ſo große Gleichgültigkeit an den Tag legen!

Da Urbain Paris nicht zu verlaſſen wagt, ohne hinſichtlich des Wegs, den er einſchlagen ſoll, einige Erkundigungen eingezogen zu haben, ſo fährt er fort, in der Stadt umher zu ſchlendern, deren Bewohner längſt ſchon in den Armen des Schlafes liegen. Nur noch die Diebe, die Liebenden und die Wachtſoldaten zeigten ſich in den düſtern Straßen von Paris. Urbain durchläuft oft mehrere derſelben, ohne einem Menſchen zu begegnen; allein er ſchreitet ſtets vorwärts und ſagt bei ſich:Warum ſollte ich nach Hauſe gehen? Ich kann keine Ruhe mehr genießen! Was ſollte ich in meiner Wohnung thun?

Allein Liebe und Verzweiflung machen nicht un⸗ ermüdlich; Urbain ſchlendert ſchon ſeit acht Uhr um⸗ her und es iſt bereits morgens drei Uhr: ſeine Beine fangen an zu wanken und er fühlt, daß es ihm bald unmöglich ſein wird, weiter zu gehen. Er wirft jetzt ſeine Blicke um ſich: der Mond, der ſich von Zeit zu Zeit zeigt, erlaubt ihm, einen öden Kreuzweg zu unter⸗ ſcheiden, an den einige Gäßchen, die in die Sümpfe führen, ſtoßen. Urbain nimmt ſeine Richtung nach einem großen Rain, den er in einer Entfernung von einigen Schritten bemerkt; da will er ſich niederſetzen und den Tag erwarten. Als er ſich aber dem Raine