Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

138

Genug, mein Herr. Man verſchließt die Thüre der Sänfte, und Chau⸗ voreille fühlt ſich in den Straßen von Paris fortge⸗ tragen und angenehm geſchaukelt. Dieß war das erſte Mal, daß er in einer Sänſte getragen wurde; das Vergnügen, das er darüber empfindet, verlöſcht das Andenken an die unangenehmen Vorfälle im Theater aus ſeinem Gedächtniſſe: er denkt an ſeine glänzende Lage, an das Vergnügen, hoch zu ſpielen, und entwirft von Neuem Plane. Er beſindet ſich jedoch ſchon eine gute Weile in der Sänfte, deren Träger ſtets vorwärts ſchreiten. Chaudoreille will wiſſen, ob er ſeine Wohnung bald erreicht hat. Auf jeder Seite des Sitzes, den er eingenommen hat, befindet ſich eine kleine Scheibe. Aber es iſt ſchon ſpät und ſehr finſter auf den Straßen; Chaudoreille kann daher nichts unterſcheiden.Sind wir bald angekommen? ruft er, ſich in den Vordergrund der Sänfte ſtellend, aus; man antwortet ihm nicht und fährt fort, ihn zu tragen. Er fängt an, die Bewegung ſeiner Sänſte nicht mehr ſo ſanft zu finden und verſucht daher die Vorderthüre, die einzige Oeffnung, durch die man aus einer Sänfte kommen kann, aufzuſchließen; allein dieſe Thüre kann nur von Außen geöffnet werden.

Ein kalter Schweiß läuft dem Männlein über die

Stirne. Er hegt tauſendfältigen Argwohn, erinnert

ſich an verſchiedene, in Sänften vorgefallene Abenteuer und bereut es bitter, daß er ſich in eine ſolche geſetzt hat, als er endlich fühlt, daß man Halt macht. Er ſchöpft Athem und ſchickt ſich an, auszuſteigen; nach⸗