Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Schon lange ging Chaudoreille auf der Brücke ſpazieren; aus Furcht, die auf acht Uhr feſtgeſetzte Zuſammenkunft zu verfehlen, war er um ſechs Uhr angekommen. Den Kopf in die Schultern vertiefend und das Kinn unter einem kleinen Mantel verber⸗ gend, ſuchte er ſich die Miene eines Verſchwörers zu geben; die linke Hand auf Rolands Griff und mit der andern ſeinen Mantel zuſammenhaltend, ging er bald langſam, bald ſchnell, und ſo oft Jemand an ihm vorüberging, ermangelte er nicht, auf eine ver⸗ ſtändliche Weiſe zu murmeln:Wie lange ſie aus⸗ bleibt!... wer kann ſie zurückhalten! ich brenne, ich ſterbe vor Ungeduld!

Sobald er Touquet bemerkt, läuft er auf ihn zu, hebt den Zipfel ſeines Mantels auf, blickt dann um⸗ her, ob Niemand vorübergeht, und ſagt in geheim⸗ nißvollem Tone zu ihm:Da bin ich!

Ei, der Teufel! ich ſehe wohl, daß Du es biſt, ſagte der Barbier, die Achſeln zuckend;allein ich möchte lieber die Kleine ſehen..

Sie iſt noch nicht erſchienen, ich ſtehe dafür; ich habe allen Frauen unter die Naſe geſehen.

Es iſt noch nicht acht Uhr, wir müſſen noch eine Zeitlang warten.

Sei ruhig, ich will mich in einen Hinterhalt legen und alle weiblichen Geſichter aufmerkſam beobachten. Nimm Dich in Acht, daß Du nicht ein Paar Ohrfeigen fängſt; dieß würde einen Auflauf verur⸗

ſachen, und das wäre mir keineswegs lieb.

Paul de Kock. LVI. 3