augenblicklichen Stillſchweigen, das nur durch das Reiben unterbrochen ward, das der Ritter noch im⸗ mer vermittelſt ſeines Schnupftuchs auf den mit Wein befleckten Stellen ſeiner Kleidung fortſetzt;„was er ſo eben gethan hat, beweist ſeine geringe Erfahrung in Liebesintriguen. Vor meiner Thüre ſingen! mich hören zu laſſen, daß er da iſt! Der arme Knabe hätte es noch ſehr nöthig, in die Schule geſchickt zu werden.“
„Es iſt gewiß, daß er auf der Guitarre keine vor⸗ zügliche Stärke beſitzt.“
„Ich glaube nicht, daß Blanca ihn kennt... nein .. allein dieſe Romanze, die er geſungen hat... der Schlußreim ſeines Liedes war derſelbe, den mir Blanca vorgeſagt hat: Ma mie est tout pour moi...“
„Das iſt nichts gegen: Tu régrettes ta fémelle! ... der Henker!.. welche Verſchiedenheit der Me⸗ lodie!“
„Nein, Blanca iſt die Aufrichtigkeit ſelbſt... ſie würde mir nichts von dieſer Romanze geſagt haben, wenn ſie dieſen jungen Menſchen kennte. Der Teu⸗ fel! warum lehrſt Du ſie auch bloß alte, abgedro⸗ ſchene Sachen aus den Zeiten Ludwig XII.? Wenn Du ihr etwas Hübſches zu ſingen wüßteſt, ſo würde die erſte beſte Romanze, von herumwandernden Trou⸗ badours geſungen, ſie nicht in Verwunderung ſetzen.“
„Wiel meinſt Du mich?“ ſagte Chaudoreille, den Kopf emporrichtend.
„Ohne Zweifel, weil Du Dich Profeſſor der Muſik nennſt.“
„Mein theurer Touquet, merke wohl auf das,


