Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Der Barbier hatte ſich in ſeiner Meinung, daß der junge Menſch, der ſeinen Laden ſo ungern ver⸗ laſſen hatte, ein Verliebter ſei, nicht betrogen.

Der Geſang der Italiener hatte Blanca's Ohren

ſo ſehr bezaubert, daß ſie ſich an das Fenſter ge⸗s

lehnt und ſich in dieſer Stellung nicht gerührt hatte, während ihr Muſiklehrer Variationen an dem Hirten⸗ lied machte. In eben dieſem Augenblicke ging Urbain vorüber; er war ſtehen geblieben, um die Muſik

anzuhören, und während deſſen hatten ſich ſeine Blicke

nach Blanca's Fenſtern gerichtet. Anfänglich hatte

er nichts als ſehr kleine Scheiben geſehen; allein

ſpäter hatten ſeine Augen hinter dieſen Scheiben eine

ſo ſchöne Geſtalt und ſo ſchöne Augen bemerkt, daß

er unbeweglich ſtehen geblieben war, die Blicke auf

jenes Fenſter geheftet, an welchem das reizende Bild

regungslos ſtand.

Nach Beendigung der Muſik war die ſchöne Ge⸗ ſtalt verſchwunden, und der junge Menſch hatte zu ſich geſagt:„Es iſt alſe kein Irrthum: in dieſem Hauſe lebt ein Engel, eine Gottheit.“

Und da dieſer Engel, dieſe Gottheit das beſchei⸗ dene Haus eines Barbiers bewohnte, ſo hatte der Baccalaureus in den dritten Himmel zu dringen ge⸗ glaubt, als er in den Laden des Meiſters Touquet trat; allein zu irdiſcheren Gedanken zurückgekommen, als er nur Leute ſah, die ſich den Bart abnehmen ließen, was nichts Göttliches an ſich hat, aller Eſ⸗

ſenzen ungeachtet, mit denen man uns das Kinn be⸗

ſchmiert, hatte Urbain in der Hoffnung, die reizende