22 Barbier, ſich plötzlich zwiſchen Margarethe und den Fremdling ſtellend, der ſich nicht gerührt hatte;„man bedarf Ihrer Dienſte nicht. Sie kann ſich entfernen und ſich zur Ruhe begeben, ich werde die Hausthüre ſelbſt verſchließen, wenn mein Freund nach Hauſe geht.“
Margarethe ſcheint durch dieſen Befehl ganz ver⸗ ſteinert. Sie blickt ihren Herrn an und will ſich ei⸗ nige Bemerkungen erlauben, allein der Barbier heftet die Augen auf ſie und die Augen des Herrn Touquet haben zuweilen einen Ausdruck, der zum Gehorſam zwingt.
„ Ich befehle ihr,“ ſagt er von Neuem zu ſeiner Dienerin,„daß ſie ſich entfernt und vor Allem nimmer herabkommt.“
Margarethe ſchweigt; ſie nimmt ihre Lampe, ver⸗ beugt ſich vor ihrem Herrn und ſchickt ſich an, den Saal zu verlaſſen, einen letzten Blick auf den Frem⸗ den werfend, der ſtets unbeweglich vor dem Feuer ſitzt und deſſen Züge ſie nicht gewahren kann. Sie muß ſich zu Bette legen, ohne ihre Muthmaßungen auf einige Thatſachen zu ſtützen, ohne zu wiſſen, ob man das Alter, den Stand, die Geſtalt des Unbe⸗ kannten richtig errathen hat; welche Pein für ein altes Mädchen! Allein ihr Herr zeigt ihr mit dem Finger die Thüre des Saals und Margarethe ent⸗ fernt ſich endlich. 3
Sobald die alte Dienerin ſich entfernt hat und das Geräuſch ihrer Tritte verklungen iſt, bricht der Fremde in ein lautes Gelächter aus und wirft ſeinen
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