Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Schnüre der Geldbeutel ab, die man an ſeinem Gürtel zu tragen pflegte, die Zweiten rißen den Vorüber⸗ gehenden die Mäntel ſchnell von den Schultern. Vergebens richtete man von Zeit zu Zeit einige Verbrecher hin: dieſe Beiſpiele ſchienen die Kühnheit der Herumſchwärmer und den Uebermuth der Pagen und Lakaien zu verdoppeln. Die Gerechtigkeit war

kraftlos, ſeit man ſie ſelbſt auszuüben pflegte. Die

Zweikämpfe waren faſt ſo gewöhnlich als die Dieb⸗ ſtähle: man hielt es für eine große Ehre, ſich rüh⸗ men zu können, daß man viele Leute in die andere Welt geſchickt habe.

Ohne Zweifel war dieß nicht das goldene Zeit⸗

aalter, ebenſowenig konnte es jene gute alte Zeit ſein,

die von einigen Dichtern ſo gerühmt und von jenen mürriſchen Geiſtern, den Bewunderern der Paniere und Wülſte, ſo ſehr zurückgewünſcht wird.

Es iſt nicht unſere Abſicht, Geſchichte zu ſchreiben, allein wir haben es für nöthig erachtet, den Leſer zu

erinnern, was Paris in dem Zeitpunkte war, in

welchem unſer Barbier lebte. Ohne Zweifel hatte man ſchon am Titel errathen, daß die Handlung nicht in unſerer Zeit ſpielt, denn gegenwärtig haben wir in Paris Haarkünſtler, Haarkräusler und Pe⸗ rückenmacher, allein keinen Barbier.

Das Individuum, deſſen Bild wir entworfen haben, blieb, an der Ecke der Straße des Bourdon⸗ nais angekommen, vor einem ziemlich hübſchen Hauſe ſtehen, auf deſſen Vorderſeite man in großen Buch⸗ ſtaben las: Touquet, Barbier Badehalter.