Kloaken. Dieſe Waſſer, welche keinen Abfluß hatten, traten überall aus und bildeten Sümpfe, welche ver⸗ derbliche Dünſte aushauchten. Damals hätte man mit Wahrheit ſagen können:„Paris, du Stadt des Koths und Rauchs.“.
Die Straßen waren nicht erleuchtet; man trug zwar Laternen, allein nicht Jedermann hatte ſolche, und zudem verſcheuchten ſie die Diebe nicht, die in großer Anzahl herumſtreiften und tauſend Unordnun⸗
gen, ſogar bei hellem Tage, begingen, da ihre Ver⸗
brechen nur zu ſehr durch das Beiſpiel der Pagen und Lakaien gerechtfertigt wurden, die ſich jede Nacht ein Vergnügen daraus machten, die Vorübergehen⸗ den zu beſchimpfen, Mädchen zu entführen, die Wachen zu necken, die Sergeanten zu ſchlagen, die Thüren der Boutiken einzuſprengen und die friedlichen Ein⸗ wohner auf tauſendfache Art zu plagen; Ausſchwei⸗
fungen, gegen welche das Parlament vergebens Ver⸗
ordnungen erließ, die ohne Ende erneuert und ohne
Ende ungeſtraft überſchritten wurden.
Das Stehlen der Börſen und Mäntel war damals
eine ſo gewöhnliche Sache, daß die Zeugen des Dieb⸗
ſtahls ſich damit begnügten, auf Koſten des Geprell⸗ ten zu lachen, ohne jemals dem Diebe nachzulaufen. Am hellen Tage wurden auf öffentlichen Plätzen Mordthaten begangen; die Verbrecher entfernten ſich, ihre Schlachtopfer noch verhöhnend. Man unterſchied zwei Arten von Dieben: die
ABeutelabſchneider(loupe-bourses) und die Wollpröpfe tere-laines); die Erſten ſchnitten kunſtfertig die


