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Fräulein Alexandrine lächelte, weil man ihr ge⸗ ſagt hatte, Karl ſei ein hübſcher Junge und im ſechs⸗ zehnten Jahre hängt man an ſolchen Kleinigkeiten.
Dieſes junge Frauenzimmer war die künftige Gat⸗ tin, von welcher Frau von Merville in dem Briefe an ihren Sohn geſprochen hatte. Alexandrine war die Tochter des Nachbars, bei dem Herr von Mer⸗ ville einen großen Theil ſeiner Zeit zubrachte.
Herr von Saint⸗Urſain war ein guter Mann; er hatte, was vielen Leuten abgeht, die Gefälligkeit, geduldig Dinge anzuhören, die man ihm ſchon oft erzählt hatte und die ihn durchaus nicht anſprachen. Herr von Merville hielt häufig, nach ſeiner Manier, die Dinge anzuſehen, lange Reden über die Schwie⸗ rigkeit, ein zweites Ich zu finden. Der Nachbar hörte ruhig das Geſpräch des Marquis an, und dieſer konnte daher die Geſellſchaft des Herrn von Saint⸗Urſain nicht mehr entbehren.*
Aber Fräulein Alexandrine, welche Herrn von Merville's Erzäßgungen nicht erbauten, langweilte ſich in dem großen Schloſſe ihres Vaters. Mit ſechs⸗ zehn Jahren faſt den ganzen Tag allein ſein, iſt ſehr traurig; zum Glück für das junge Mädchen bat Frau von Merville, welche Alexandrinens liebenswürdige Eigenſchaften entdeckte, den Vater derſelben, ihr ſeine Tochter auf einige Zeit zu überlaſſen. Bald ver⸗ band die aufrichtigſte Freundſchaft zwei Herzen, welche für gegenſeitige Neigung geſchaffen waren.
Alexandrine beſaß alle Reize, die gefallen machen konnten, und vereinigte mit den Gaben der Natui die


