88 der nicht wußte, an wen er ſich wenden ſollte, und
doch ſeinem Herrn gerne ſchleunige Hülfe verſchafft hätte, bei einem Barbier nach der Wohnung eines
Aeskulaps. Der Barbier war auch Arzt, er glaubte es wenigſtens, und er war geſchickt genug, im Dorfe eine Wunde zu verbinden, eine Aderläſſe zu erthei⸗ len, einen Thee zu verordnen, einen Zahn auszu⸗ reißen, Pillen zuſammenzukneten und ſeinen Kranken ſo gut als ein Anderer unter die Erde zu ſchaffen. Der von ſeinem Verdienſte überzeugte Barbier hü⸗ tete ſich wohl, dem Jokey zu ſagen, wo der Orts⸗ arzt wohnte; er macht dem kleinen guten Manne weiß, er beſorge alle Kranken im Umkreiſe, dann greift er haſtig nach ſeinen Lanzetten, ſeinen Raſir⸗ meſſern, ſeinen Zahnmeiſeln und Pillen(welche alle Krankheiten heilen), ſteckt ſie zu ſich und folgt Baptiſt mit der Verſicherung, daß ſich der Zuſtand ſeines Herrn bald ändern werde. Man langt an der Hütte an. Der Doctor un⸗ terſucht Karl und erklärt, daß er zu vollblütig ſei; daß die Heftigkeit des Fiebers von der Beklemmung der Organe herrühre; daß die mit dem Gehirne cor⸗ reſpondirenden Fibern ſo ſehr angeſpannt ſeien, daß leicht die Hirnſchale des Kranken zerplatzen könnte; daß er verrückt und wahnſinnig werden und einen Blutſturz bekommen könnte, wenn man nicht ſogleich einſchreite, und zu dieſem Ende müſſe man dem Kran⸗
ken ſechszig Blutegel zwiſchen dem Schenkel und dem
Rücken anſetzen.. Es muß hier erwähnt werden, daß der Barbier
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