Karl wirft ſich, über die Güte ſeiner Mutter ent⸗ zückt, in ihre Arme und verſpricht ihr, ihr Vertrauen zu rechtfertigen. Im Uebermaße ſeines Glücks reist er ſchon am folgenden Morgen in Begleitung ſeines getreuen Baptiſts ab, vermuthet aber nicht, daß ihm der alte Dumont insgeheim nachfolgt; während ihm ſeine Eltern Freiheit geſtatteten, behielten ſie ſich vor, ſeine Handlungen überwachen zu laſſen.
Karl beſchleunigt ſeinen Weg, um früher bei ſei⸗ ner Angebeteten einzutreffen. Endlich erblickt er den erſehnten Pachthof: er bohrt ſeinem Renner die Spo⸗ ren in den Leib, kommt an und ſteigt ab. Baptiſt ſchaut erſtaunt um ſich.„Wie ſtill es hier iſt!“ ſagte er,„man könnte glauben, der Pachthof ſei an einen andern Herrn übergegangen!“
Karl tritt mit bangem Herzen raſch in's Haus ein. Niemand iſt in der untern Stube; er geht hin⸗ auf, öffnet eine Thüre und ſteht vor Thereſen und Urſala. Aber welche Veränderung gewahrt er in ihren Zügen: die Pächterin wiſcht, blaß und abge⸗ mattet, die Thränen aus den Augen, die über ihre Wangen herabfließen; Urſula lächelt bei dem An⸗ blick des jungen Mannes, aber ſelbſt in dieſem Lä⸗ cheln liegt ein Schmerz. Beide ſcheinen ſich zu fürch⸗ ten, ſich zu äußern.
„Was iſt geſchehen,“ fragt Karl;„warum ſeid ihr ſo traurig? Wo iſt Euer Mann, gute Thereſe?“ —„Er iſt todt!“ entgegnete die Pächterin mit einem Thränenſtrome. Karl wagt, vernichtet, keine weitere
Frage mehr, er ahnt noch ein Unglück. Indeß ent⸗
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